FLUGPLATZ OFFENBURG
BIOSPHÄRE

18.01.2023

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Dies hier sind nur einige spontane Eindrücke, meist von einem Rundgang am 6.6.22 und 1.7.22

Die Grasbahn auf dem Flugplatz Offenburg:
Auf dem extensiv bewirtschafteten Gelände wurden nie Dünger oder Pflanzenschutzmittel aufgebracht. Ohne Menschen und Hunde können sich hier Pflanzen und Tiere ungestört entwickeln.

Im nur teilweise gemähten Zustand zeigen sich verschiedene Vegetationsbereiche. Von einer artenreichen Fettwiese bis zur steppenartigen Trockenzone finden sich verschiedene Biosphären mit einer großen Diversität von Flora und Fauna.

An Säugetieren sind neben Mäusen, Hasen und Füchsen auch einige Rehe sowie ein Dachs hier heimisch. Wildschweine kommen nachts zu Besuch.

Außerdem erfreuen sich unzählige Insekten an der Pflanzenvielfalt, bis diese im Hochsommer als Futter-Heu im Ponyhof Verwendung findet. Dazu muss es allerdings ausreifen und wird erst nach der Blüte aber vor dem Aussamen gemäht.
Böse Zungen behaupten, der Flugplatz sei deshalb "verlottert".


Hasen hat es unzählige auf dem Flugplatz.


Auch dieses Flugplatz-Reh zeigt erstaunlich wenig Scheu.


Blauer Natternkopf


Flockenblumen gibt es in allen Farben


Wilder Thymian bedeckt große Flächen und liebt die Hitze der Asphaltbahn.


Gänse-Fingerkraut ?
An diesem Standort ist es etwas feuchter.


Auch der Sumpf-Hornklee liebt es feuchter.


Die Vogel-Wicke wuchert im feuchteren Bereich.


Die Ackerdistel hält sich am Rande.


das Silber-Fingerkratut ?
.. liebt wieder die Hitze am Rand der Piste.


Das Tüpfel-Hartheu wächst am Pistenrand


Wiesensalbei mit Baldrian und Sternmiere


Die Moschus-Malve liebt das hohe Gras


Glockenblume


Labkraut


Nachtkerze


Witwenblume


Schwarze Pelzbiene auf einer der zahlreichen Flockenblumen.


Kleiner Falter aus der Familie der Spanner


Weisslinge


C-Falter


Wiesenvögelchen? Augenfalter


Motte, gut versteckt


Dickkopf Grashüpfer



Gemeiner Grashüpfer ?


Gemeiner Grashüpfer ?


Steppengrashüpfer ?


Und noch ein brauner Hüpfer.


Kleiner Brauner Grashüpfer


Heupferd ?


Bunter Grashüpfer


... ganz in Grün mit weißen Augen


das grüne Heupferd ist auch zu hören.


Sieben-Punkt Marienkäfer

Die Schwarze Königkerze gedeiht prächtig am heissen Pistenrand


Breitblättrige Platterbse an Tankstelle


Ehrenpreis im hohen Gras


Eidechsen lieben die insektenreiche Umgebung


Die Reiher lassen sich nicht aus der Ruhe bringen.


Diese Schildkröte sonnt sich an der Piste



Die blaue Becherjungfer findet sich häufig, auch gelbe Verwandte sind zu finden.

Große Königslibelle

Rote Heidelibellen hate es viele auf dem Flugplatz

Großes Ochsenauge


Die Goldene Acht oder Hufeisenklee-Gelbling


Bläulinge bei der Paarung


Bläuling Unterseite


Alexis Bläuling


Auch einer aus der Familie der Bläulinge? Die gibt es hier in allen Brauntönen.


Kleiner Fuchs auf Flockenblume


Ein Mitglied aus der Familie der Eulenfalter. Für die große Anzahl an Nachtfaltern, die man mit einer Wildkamera beobachten kann, interessieren sich auch die Fledermäuse am Flugplatz.


Grosse Plattbauch Libelle


Steppen-Grashüpfer


Ein Foto vom Flugplatz ohne Grashüpfer ist umöglich. Man muss nur genau hinsehen.


Südliche-Eichenschrecke, da muss man genauer hinsehen.


Wiesengrashüpfer ? mit "Hörnern"


Die Zwitscherschrecke ist gut getarnt.


Steinhummel


Mauereidechse an der Absperrung


Mauereidechse sonnt sich vor dem Hangar


Bärenklau und gemeine Möhre am Waldrand

Dise Motte ist gut getarnt


Wildwechsel im Gras


Bovist
Pilze gibt es im Herbst auf dem Flugplatz in Mengen, allerdings kommen die Wiesen-Chamignons nicht in jedem Jahr gut.


Im Spätsommer finden sich verschiedene Pilze, Wiesenchampignons, aber auch Knollenblätterpilze, Boviste, Schopftintlinge .... und Hexenringe aus Nelkenschwindlingen -
man sollte sich also auskennen.

Die Wildschweine kennen sich aus.


Die Blumenwiese im Mai 2022


Der Fasan liebt die Hecke, April 2014


Der Falke rüttelt über dem Mauseloch.


Vollkommen unberührt bleibt der Bereich zwischen Flugplatz-Hecken und JVA-Zaun.
Zahlreiche Wildwechsel zeugen von intensiver Nutzung durch Hasen, Füchsen Rehen, Fasanen. Zahlreiche Mäuse locken Greifvögel an.

Erstaunlicherweise zeigen die hier vorkommenden Tiere keinerlei Scheu vor Flugzeugen. Reiher und Bussarde bleiben ungerührt neben der Pist stehen/sitzen, wenn Flugzeuge starten oder landen. Sie haben wohl gelernt, dass diese Geräte keine Gefahr für sie bedeuten.

Die Wärme der betonierten Flächen und Mauern zieht verschiedene Eidechsen an.

Die Anzahl der Insekten, welche diese Vielfalt nutzen ist mannigfaltig. Hautflügler aller Art, darunter die Bienen eines Imkers, der hier seine Stöcke aufstellt, Grillen, Heuhüpfer, Käfer, Schmetterlinge, Libellen, ...


Bienenstöcke vor der JVA.


Schopftintling Anfang Oktober 2022


Schopftintling. Mitte November 2022


"Hexenringe" im Oktober


Hase macht Männchen

Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, Ostseite des Flugplatzes


Vielfalt der Fettwiese im Juni 2022


Die Blütepracht im Juli 2022


Die rosarote Flockenblume ist bei Bienen und Hummeln beliebt. Hier sammelt eine Hummel Pollen.


Die zottige Wicke versteckt sich schüchtern zwischen Sternmiere.


Nelkenschwindlinge?

Übrigens: Bevor die Wiese in Teilen zwei mal im Jahr gemäht wird, suchen Jagdpächter und die Poilzei mit Kameradrohnen nach Rehkitzen ...
und finden / retten auch welche.

Reh beobachtet seine beiden Kitze beim Spielen

Die Rehe haben die Drückjagd vom 19.11.22 wohl überstanden


Gefatter Dachs war sehr fotoscheu



Vor dem Fuchsbau eingesammlte Funde.


Über eine Kanadagans würde sich der Fuchs sicher freuen.


Fischgräten vor dem Fuchs-/Dachsbau


Rotmilan stürzt sich auf Beute


Milan und Bussard im Luftkampf um Revier.


Bussard lauert


Bussard im Angriff


Diese Krähe hat verloren


Bachstelze fängt Insekt im Flug


Bachstelzen brüten im Bereich Tower - Tankstelle.


Der Silberreiher war etwas scheu


Graureiher sind weniger scheu


Sturm- oder Silbermöwen lassen sich Muscheln von Flugzeugen auf der Landebahn knacken


Wer zerwühlt hier den Boden nach Wurzeln? Dachse ? Wildschweine?


Dachslosung


Auf den sandigen, trockenen Bereichen fühlen sich Thymian und Habichtskraut wohl.


Die zweite Thymianblüte im Oktober ist bei Insekten sehr beliebt


Der zweite Fuchsbau wird ausgebaut. Oder wohnt hier ein Dachs?


Ein Rotmilan bzw. Gabel- oder Königsweihen-Paar spielt regelmäßig über dem Flugplatz. Das Gelände ist reich an Mäusen und deshalb bei Greifvögeln sehr beliebt.


Ringeltauben vertragen sich gut mit Saatkrähen


Raben- und Saatkrähen bilden im Winter Schwärme auf dem Flugplatz und im Königwald, die mehrere hundert Köpfe zählen. Die Gemeinschaft bietet den Tieren den nötigen Schutz vor Feinden und der Flugplatz liefert lohnende Nahrungsquellen.


Krähen lassen sich von Flugbetrieb nicht stören, wenn eine insektenreiche Wiese lockt.


Neugierige Besucher: Nilgänse lieben das frische Grün neben der Graspiste.


Drei Graureiher warten auf Mäuse


Störche sind ja inzwischen selbstverständlich und kommen wie die Reiher regelmäßig.


Möwen machen im Winter hier Quartier und schleppen Muscheln an.


Die Kraniche über dem Flugplatz, Formation nach dem Start.

Nur wenige guten Fotos haben wir von den hier aktiven Vögeln.
Die allgegenwärtigen Raben-Krähen sind ja keine Raritätet. Sie haben sich bestens mit der Fliegerei arrangiert und kennen wie die Störeche die Ausweichregeln.
Falken, Bussarde und Milane streiten sich über die Mäuse auf dem Platz,
darunter auch ein Paar Rotmilane, die ihr Revier mit Falken und Bussarden teilen.
Natürlich zieht das Gelände auch Nebelkrähen und sogar Möven an, die ihre Fluss-Muscheln (aus der Kinzig?) hier von Flugzeugen auf der Rollbahn knacken lassen.
Gänse machen hier auf ihrer Wanderung Zwischenstation. Selbst Kraniche haben hier ein Mal einen kurzen Stopp auf dem Weg nach Norden eingelegt.
Die Feldlerchen wurden seit dem Bau der JVA nicht mehr gesehen, obwohl ein Teil des Platzes immer ungemäht bleibt.
Ringeltauben bewohnen die Bäume am Ostrand des Platzes.


Die Thymian-Steppe blüht im Frühling und im Herbst.

Kotspuren mit Kirschkernen lassen auf Marder und Dachs schließen.

Abends tauschen die Schwalben über dem Platz den insektenreichen Luftraum mit zahlreichen Fledermäusen.

Natürlich ist ein Flugplatz in erster Linie zum Fliegen da.
Deshalb genügt er nicht den Gestaltungsvorschriften eines Kleingartenvereins.

Weil hier aber kaum Menschen und Hunde herumstreunen, können sich Pflanzen und Tiere freier entfalten. Dieser ökologischen Nutzung lassen wir größt möglichen Spielraum.

Alle hier gezeigten Fotos stammen vom Flugplatz EDTO Offenburg.

Alle Fotos und Texte: Michael Joachim

Externe Links:

https://www.bund-rvso.de/rettet-die-bienen-volksbegehren-baden-wuerttemberg.html

https://www.srf.ch/sendungen/me-biodiversitaet/blumenwiese-richtig-maehen-fuer-mehr-artenvielfalt

https://www.bund-ortenau.de/arbeitsgruppe-artenreich-ortenau/

https://www.nabu-offenburg.de/wir-über-uns/

111 Jahre Flugplatz Offenburg

https://www.badische-zeitung.de/oberbuergermeister-marco-steffens-will-den-offenburger-flugplatz-opfern--223596415.html

 

Beitrag von RP Freiburg am 27.09.2022,
Quelle: https://www.karte-b33-elgersweier.de/
Zitat:
"Auf dem Flughafenplatzgelände ist eine artenreiche Wiesenvegetation, möglicherweise mit seltenen Insekten, zu erwarten. Im Rahmen der Umweltverträgöichkeitsstudie (!) werden die Biotoptypen genau erhoben und in ihrer Schutzwürdigkeit bewertet. Auch geschützte Insektenarten werden bei vorkommen von „Futterpflanzen“ für seltene Arten von fachkundigen Biologen erfasst."

UMWELTPRÜFUNG FNP DER VG OFFENBURG
Quelle: Seite 4 bis 12: https://www.offenburg.de/media/download/variant/16620/umweltbericht_steckbriefe.pdf
Auszug / Zitat:

Umweltbericht
Datum: 18.02.2009 ?

Kernstadt Offenburg - GRO Teilgebiet Offenburg G
Nr. 1.1.14b siehe 3.1.9

Klima und Luft
• Lage in Kaltluftsee
• Lage in Flurwindgebiet mit Siedlungsbezug
• Kaltluftentstehungsgebiet mit Siedlungsbezug
• Gefahr der Barrierewirkung für nachfolgende Wohngebiete
• Lage an überregional und regional bedeutsamer Luftleitbahn

Hinweise zur Vermeidung und Verringerung nachteiliger Auswirkungen:
• Archäologische Funde sind der unteren Denkmalbehörde zu melden.
• Erhalt des Geschützten Grünbestands und der hochwertigen Grünfläche
• Auf eine Begrenzung der Gebäudehöhe sowie eine Südost-Nordwest-Ausrichtung der Gebäude um die
Durchlüftung auch der nachfolgenden Gebiete zu gewährleisten ist zu achten
• ggf. Auftrag bindiger Deckschichten bzw. Ausschluss von grundwassergefährdenden Nutzungen
• Zur Vermeidung emissionsschutzrechtlicher Konflikte durch den Einsatz von Pflanzenschutzmittel wird die
Anlage von Abschirmstreifen empfohlen.

Hinweise zum Kompensationserfordernis nachteiliger Auswirkungen:
Nachteilige Auswirkungen ergeben sich hauptsächlich für das Grundwasser und die Freiraumstruktur inklusive
des Luftaustausches und der Erholungsvorsorge.
Umsetzung bzw. Stärkung des Erholungsflächenkonzeptes im Grüngürtel, attraktive Wegeverbindungen für die
Erholungsnutzung ausbilden und erhalten.

Zusammenfassende Beurteilung der Verträglichkeit:
Die Umsetzung der Planung ist mit erheblichen Beeinträchtigungen der Umweltbelange behaftet.

Empfehlung:
Von einer Umsetzung der Fläche wird abgeraten. Wird die Fläche nach Umsetzung der anderen möglichen
Standorte in und um Offenburg dennoch benötigt sind die oben genannten Hinweise unbedingt zu beachten.